Miteinander im Pantaleonsviertel
Das Pantaleonsviertel

… ist eines der kleineren Stadtviertel Kölns, eines der letzten, das nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut wurde.

Straßennamen
Nachstehend die Straßennamen im Pantaleonsviertel mit Erklärungen aus dem „Kölner Straßennamen-Lexikon“, Jörg-Rüshü-Selbstverlag, Köln. In Klammern die historischen Bezeichnungen ab dem 28.09.1816.
Am Pantaleonsberg
Pantaleonsberg = das Gelände des Klosters St. Pantaleon lag auf einer Anhöhe
Am Trutzenberg
Trutzenberg = bis zur Franzosenzeit im Besitz der Freiherren von Hatzfeld zu Schönstein
Am Weidenbach
Weidenbach = Teil des Hürther- oder Duffesbach, an dem früher Weidensträucher standen
Ankerstraße
Ankerstraße = nach einem Flurnamen „Zum Anker“
Blaubach
Blaubach = Teil des Duffesbaches, an dem die Blaufärber ihrer Arbeit nachgingen, z. B. am „Blauen Montag“
Blaue-Funken-Weg
Blaue Funken = aus der Karnevalsgesellschaft „Kölsche Funke rut-weiß vun 1823 e.V.“ hervorgegangene Karnevalsgesellschaft „Kölner Funken-Artillerie Blau-weiß von 1870 e.V.“, in der mittelalterlichen Stadtmauer hat die Gesellschaft seit 1970 ihr Standquartier
Eifelplatz
Friedenstraße
Friedenstraße = Anlass für die Benennung war der Frankfurter Frieden vom 10.5.1871
Friedrichstraße
Friedrich III. 1415–1493, Habsburger, deutscher Kaiser von 1452–1493, hat 1475 im Fraterherrenhaus am Weidenbach Station gemacht
Heinrichstraße
Heinrich Haan, Kölner Tiefbau-Unternehmer, der diese Straße anlegte (1864)
Kartäuserwall
Kartäuserwall = Teilstück der Kölner Wallanlage um die mittelalterliche Stadtmauer herum
Martinsfeld
Martinsfeld = hier besaß die Abtei Groß St. Martin Ländereien/Felder
Michaelstraße
Michael = Schutzpatron des Klosters der Fraterherren am Weidenbach, 1417 gegründet, aufgehoben 1802, Kirche St. Michael erbaut 1491, abgebrochen 1827
Pantaleonsmühlengasse
Pantaleonsmühle = eine 1730 erbaute Windmühle über der „Bachpforte“ in der Nähe der Kirche St. Pantaleon
Pantaleonsstraße
St. Pantaleon = Benediktinerkloster seit 957, hier ist Kaiserin Theophanu (gest. 15.6.991) beigesetzt
Pantaleonswall
= im Pantaleonsviertel Teilstück der Wälle an der mittelalterlichen Stadtmauer
Perlengraben
Perlengraben = eigentlich: Pellergraben, hier arbeiteten die Gerber, die Fellpflücker, deren Wassergraben vom Duffesbach gespeist wurde, seit 1106
Quirinstraße
St. Quirin = Heiliger, Märtyrer, Patron eines Hospitals, Konvents und einer Kapelle aus der Zeit von Erzbischof Bruno
Rothgerberbach
Rothgerber = Gewerbe am Duffesbach, das Felle und Leder mit Lohe gerbte, Häute waren nach der Bearbeitung rot eingefärbt
Schnurgasse
Schnurgasse = Snurer waren Töpfer, die ihre Töpferscheibe mit einer Schnur antrieben und hier ihr Quartier hatten
Steinstraße
Freiherr von Steinen zu Scherven = Grundbesitzer, auf seinem Grundstück stand Mitte des 19. Jahrhunderts die Gastwirtschaft „Steinscher Garten“
Trierer Straße
Trier = Stadt an der Mosel in Rheinland-Pfalz, 134 km von Köln entfernt, früher Hauptstadt der römischen Provinz Belgica
Ulrichgasse
Ulrich = Uler, Üler, Euler oder Auler: Töpfer, die wegen der Brandgefahr mit ihren Tonbrennöfen an den Rand der mittelalterlichen Stadt verbannt wurden
Vor den Siebenburgen
Siebenburgen = benannt nach sieben Gutshof-„burgen“, die an dieser Straße standen
Waisenhausgasse
Waisenhaus = im Jahr 1800 am Perlengraben errichtet, bis 1917
Wilhelm-Hoßdorf-Straße
Wilhelm Hoßdorf 1890–1962, Lehrer und Heimatschriftsteller