Miteinander im Pantaleonsviertel

Das Pantaleonsviertel

Ausschnitt eines Stadtplans von Köln mit Straßen wie Rothgerberbach, Perlengraben und Sachsenring rund um das Pantaleonsviertel.

… ist eines der kleineren Stadtviertel Kölns, eines der letzten, das nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut wurde.

Ein grünes Blatt liegt auf einer Baumscheibe mit sichtbaren Jahresringen.

Straßennamen

Nachstehend die Straßennamen im Pantaleonsviertel mit Erklärungen aus dem „Kölner Straßennamen-Lexikon“, Jörg-Rüshü-Selbstverlag, Köln. In Klammern die historischen Bezeichnungen ab dem 28.09.1816.

Am Pantaleonsberg

172 m · 28.09.1816 ← Mont St. Pantaléon

Pantaleonsberg = das Gelände des Klosters St. Pantaleon lag auf einer Anhöhe

Am Trutzenberg

387 m · 28.09.1816 ← Mont St. Pantaleon

Trutzenberg = bis zur Franzosenzeit im Besitz der Freiherren von Hatzfeld zu Schönstein

Am Weidenbach

389 m · 28.09.1816 ← bacstraze, Off der Weschbach, Auf der kleinen Feldbach, Aufm Pantaleonskloster, Ruisseau des saules, Pantaleonskloster, Cloître St. Pantaleon

Weidenbach = Teil des Hürther- oder Duffesbach, an dem früher Weidensträucher standen

Ankerstraße

126 m

Ankerstraße = nach einem Flurnamen „Zum Anker“

Blaubach

416 m · 28.09.1816 ← Auf dem Bach unter Karbender, Blaufärberbach, Ruissesu des teinturiers

Blaubach = Teil des Duffesbaches, an dem die Blaufärber ihrer Arbeit nachgingen, z. B. am „Blauen Montag“

Blaue-Funken-Weg

42 m · 28.09.1816 ← Overstolzenstraße

Blaue Funken = aus der Karnevalsgesellschaft „Kölsche Funke rut-weiß vun 1823 e.V.“ hervorgegangene Karnevalsgesellschaft „Kölner Funken-Artillerie Blau-weiß von 1870 e.V.“, in der mittelalterlichen Stadtmauer hat die Gesellschaft seit 1970 ihr Standquartier

Eifelplatz

30 m

Friedenstraße

213 m

Friedenstraße = Anlass für die Benennung war der Frankfurter Frieden vom 10.5.1871

Friedrichstraße

459 m

Friedrich III. 1415–1493, Habsburger, deutscher Kaiser von 1452–1493, hat 1475 im Fraterherrenhaus am Weidenbach Station gemacht

Heinrichstraße

239 m

Heinrich Haan, Kölner Tiefbau-Unternehmer, der diese Straße anlegte (1864)

Kartäuserwall

1.054 m · 28.09.1816 ← Schnurgassenwall, Rempart des Chartreux

Kartäuserwall = Teilstück der Kölner Wallanlage um die mittelalterliche Stadtmauer herum

Martinsfeld

284 m · 28.09.1816 ← Champ St. Martin

Martinsfeld = hier besaß die Abtei Groß St. Martin Ländereien/Felder

Michaelstraße

114 m

Michael = Schutzpatron des Klosters der Fraterherren am Weidenbach, 1417 gegründet, aufgehoben 1802, Kirche St. Michael erbaut 1491, abgebrochen 1827

Pantaleonsmühlengasse

233 m

Pantaleonsmühle = eine 1730 erbaute Windmühle über der „Bachpforte“ in der Nähe der Kirche St. Pantaleon

Pantaleonsstraße

153 m

St. Pantaleon = Benediktinerkloster seit 957, hier ist Kaiserin Theophanu (gest. 15.6.991) beigesetzt

Pantaleonswall

513 m

= im Pantaleonsviertel Teilstück der Wälle an der mittelalterlichen Stadtmauer

Perlengraben

358 m · 28.09.1816 ← Aufm Perlengraben, Weissgerbergraben, Fossé des mégisseurs

Perlengraben = eigentlich: Pellergraben, hier arbeiteten die Gerber, die Fellpflücker, deren Wassergraben vom Duffesbach gespeist wurde, seit 1106

Quirinstraße

129 m

St. Quirin = Heiliger, Märtyrer, Patron eines Hospitals, Konvents und einer Kapelle aus der Zeit von Erzbischof Bruno

Rothgerberbach

298 m · 28.09.1816 ← Auf der Feldbach, Rue des tanneurs

Rothgerber = Gewerbe am Duffesbach, das Felle und Leder mit Lohe gerbte, Häute waren nach der Bearbeitung rot eingefärbt

Schnurgasse

260 m · 28.09.1816 ← snurgazze, In der Schnurgasse, Schnurrgasse, Rue des potiers

Schnurgasse = Snurer waren Töpfer, die ihre Töpferscheibe mit einer Schnur antrieben und hier ihr Quartier hatten

Steinstraße

249 m · 1933–1946 Heisterstraße

Freiherr von Steinen zu Scherven = Grundbesitzer, auf seinem Grundstück stand Mitte des 19. Jahrhunderts die Gastwirtschaft „Steinscher Garten“

Trierer Straße

572 m

Trier = Stadt an der Mosel in Rheinland-Pfalz, 134 km von Köln entfernt, früher Hauptstadt der römischen Provinz Belgica

Ulrichgasse

612 m · 28.09.1816 ← die eulergaß, In der Eulengasse, Rue Ulrie

Ulrich = Uler, Üler, Euler oder Auler: Töpfer, die wegen der Brandgefahr mit ihren Tonbrennöfen an den Rand der mittelalterlichen Stadt verbannt wurden

Vor den Siebenburgen

466 m · 28.09.1816 ← voir den siben burgen, Vor den sieben Burgen, Theophanienstraße, Rue Théophania

Siebenburgen = benannt nach sieben Gutshof-„burgen“, die an dieser Straße standen

Waisenhausgasse

604 m · 28.09.1816 ← Walengasse, in der Wahlengasse ohnweit der Feldbach, Waisengasse

Waisenhaus = im Jahr 1800 am Perlengraben errichtet, bis 1917

Wilhelm-Hoßdorf-Straße

130 m

Wilhelm Hoßdorf 1890–1962, Lehrer und Heimatschriftsteller