Miteinander im Pantaleonsviertel
Verschönerung Martinsplätzchen

Worum es geht
Das Martinsplätzchen soll von einer versiegelten, nur über Stufen erreichbaren Betonfläche zu einem barrierefreien, entsiegelten und begrünten Veedelsplatz werden. MiP e. V. bringt Planungsvorbereitung, Nachbarschaft, Partner und Pflege ein – von der Stadt Köln braucht es einen politischen Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt, die Bauträgerschaft und die Freigabe der Fläche.
Wie der Platz heute aussieht, zeigt die virtuelle Begehung — der Zustand vor dem Umbau, begehbar im Browser.

Ausgangslage
Der Platz an der Ecke Waisenhausgasse / Pantaleonsstraße in Altstadt-Süd ist heute nahezu vollständig versiegelt: Asphalt und Betonplatten, eingefasst von umlaufenden Betonmauern, erreichbar ausschließlich über Stufen. Mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad ist der Platz damit nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.
Bestand sind eine große Linde, zwei mit Schirmen ausgestattete Bank-Tisch-Kombinationen und ein öffentlicher Bücherschrank – Bänke und Bücherschrank hat der Verein bereits beantragt und genehmigt bekommen.
Die Innenstadt gehört zu den am stärksten hitzebelasteten Bereichen Kölns. Durch die versiegelte Fläche heizt sich der Platz besonders stark auf.
Was entstehen soll
Das Vorhaben besteht aus fünf Bausteinen und wird als ein Paket beantragt und umgesetzt – ein Beschluss, ein Bauabschnitt. Alle Maßnahmen beschränken sich auf die Platzfläche selbst; in den fließenden oder ruhenden Verkehr wird nicht eingegriffen.
- Barrierefreier Zugang. In der Platzmitte, auf Höhe des Bücherschranks, ein ebenerdiger Durchbruch durch die Betonmauer nach DIN-Norm. Ergänzend ein geteilter Abgang: eine Hälfte als flache Rampe für Rad- und Rollstuhlfahrende, eine Hälfte als Stufen.
- Entsiegelung und Begrünung. Öffnung der Fläche, damit Regenwasser versickern und verdunsten kann. Befestigte Aufenthaltsflächen an den Rändern zu Kiosk und Bänken, sonst Rasengittersteine, zusätzliche Begrünung an der Frontseite – ohne vollflächigen Sichtschutz, damit der Platz gut einsehbar bleibt.
- Wasser. Ein Trinkbrunnen als Beitrag zur Hitzevorsorge, mit Gießhahn und einer Trinkschüssel für Hunde. Errichtung und Betrieb liegen bei der Stadt Köln beziehungsweise der RheinEnergie, der Verein tritt als Anreger auf. Eine Sprühnebelanlage für heiße Tage ist als Option benannt, aber nicht Teil des verbindlichen Antragsumfangs.
- Aufenthalt und Ausstattung. Gereinigte Betonmauern, bepflanzte Blumenkästen mit Holzauflagen zur Pantaleonsstraße hin, in der Mitte ein kleinkroniger Baum oder Blumenkasten mit einer umlaufenden, in der Nachbarschaft selbst gefertigten Bank. Dazu eine stabile Fahrradstation mit Pumpe und Werkzeug sowie bemalte Abfallbehälter.
- Pflege auf Dauer. Ein Pflege- und Unterhaltungskonzept, getragen vom Verein und der Nachbarschaft in Kooperation mit der Stadt.

Warum die Stadt mitgehen sollte
Drei Begründungen stützen sich auf Selbstverpflichtungen der Stadt Köln – nicht nur auf den Wunsch der Nachbarschaft:
- Hitzevorsorge. Köln weist unter den in NRW gemessenen Städten die höchste Wärmeinselintensität auf, die Innenstadt ist als Klimatop der höchsten Belastungsklasse eingestuft.
- Barrierefreiheit. Die Stadt hat sich per einstimmigem Ausschussbeschluss verpflichtet, öffentliche Anlagen barrierefrei zu gestalten – ein nur über Stufen erreichbarer Platz ist damit nicht vereinbar.
- Regenwasserrückhalt. Entsiegelte, bepflanzte Flächen halten Starkregen zurück; die Stadtentwässerungsbetriebe fördern das Schwammstadt-Prinzip ausdrücklich.
Umsetzung und Partner
Das Vorhaben ist als Gemeinschaftsprojekt mit klarer Aufgabenteilung angelegt. Die Stadt Köln übernimmt Tiefbau, Entsiegelung und die Herstellung der Barrierefreiheit – alles, was Planungsrecht, Statik und Verkehrssicherheit berührt. Der Verein übernimmt in Eigenleistung die Begrünung, die Möblierung und die dauerhafte Pflege; Bank und Blumenkästen werden in der Nachbarschaft selbst gefertigt. Bauliche Eigenleistungen wie Pflaster- oder Tiefbauarbeiten sagt der Verein nicht zu.
Für Planung und Ausführung sind Partner vorgesehen, die Kosten senken und die Umsetzung beschleunigen:
- Berufskolleg Humboldtstraße, Fachbereich Agrarwirtschaft – fachliche Planung und Realisierung der Bepflanzung als Schulprojekt.
- RheinEnergie als möglicher Partner für den Trinkbrunnen – Errichtung und Betrieb sollen bei Stadt beziehungsweise RheinEnergie liegen.
- Die Stadt Köln als Bauherrin für Tiefbau, Entsiegelung und barrierefreien Zugang.
- MiP e. V. für Vorbereitung, Beteiligung, Begrünung, Möblierung und die dauerhafte Pflege.

Finanzierung
Die aussichtsreichsten Töpfe sind Klimaanpassung.Kommunen.NRW (Förderfenster bis 31.12.2026) und Grüne Infrastruktur NRW. Bezirksorientierte Mittel der Bezirksvertretung Innenstadt sowie Baum- und Bankspenden über die Kölner Grün Stiftung eignen sich als Eigenanteil und für einen schnellen ersten Bauabschnitt. Ergänzend kommen private Sponsoren und Sachleistungen in Betracht. Die Kostenschätzung steht noch aus.
Nächste Schritte
Zuerst ist zu klären, ob der Platz als Verkehrsfläche gewidmet oder als Grünanlage geführt wird – davon hängen Zuständigkeit und Förderwege ab. Danach folgt der politische Einstieg: eine Einwohnerfrage in der Bezirksvertretung Innenstadt, anschließend eine Anregung nach § 24 Gemeindeordnung NRW, flankiert von Gesprächen mit den Fraktionen. Parallel lassen sich Patenschaften und Sponsorenzusagen sofort anstoßen.
Zeitlich angestrebt sind Vorbereitung und Eingabe möglichst noch im laufenden Jahr; Planung und Umsetzung können in das Folgejahr reichen.
Mitmachen
Wer beim Martinsplätzchen mitmachen möchte – ob mit Ideen, beim Bau der Bank oder als Pate für Baum oder Blumenkasten – meldet sich über die Kontaktseite oder per E-Mail an vorstand(at)mip-ev.de.

Mitmachen
Werden Sie Mitglied
Der Verein lebt von Nachbarinnen und Nachbarn, die mitmachen. Der Antrag dauert fünf Minuten — online ausfüllen, unterschreiben, fertig.
Lieber erstmal spenden?
- Bank für Sozialwirtschaft
- IBAN DE67 3702 0500 0001 7199 00
- Spendenquittung auf Wunsch